Knorpelzellen – Transplantation kann Hüftarthrose verhindern

Knorpelzellentransplantation
30. Januar 2020

Bei isolierten Knorpelschäden (z. B. durch Impingementsyndrom) kann eine Knorpeltransplantation ein guter Weg sein, um fortschreitende Schäden am Gelenk wirksam und dauerhaft zu verhindern. Mithilfe von Hüftarthroskopien gelingen Entnahme wie Wiederansiedlung der körpereigenen Zellen minimalinvasiv und damit sehr schonend für die Patienten.

Lesen Sie in diesem Artikel, in welchen Fällen eine Knorpelzellentransplantation durchgeführt werden kann, wie diese schrittweise aufgebaut ist, welche besonderen Heilungschancen und Vorteile bestehen und wie sich die Wiedererlangung der Mobilität gestaltet.

Unsere Gelenkflächen sind von Knorpel bedeckt, der durch seine Gleitfähigkeit dafür sorgt, dass unsere Gelenke gut beweglich sind und nicht Knochen auf Knochen reibt. Wenn die Knorpelschicht jedoch über die Maßen abgenutzt ist (wofür es ganz unterschiedliche Gründe geben kann), kann es zu Schmerzen kommen. In der Medizin sprechen wir dann von einer Arthrose. Da die Knorpelzellen des erwachsenen Menschen leider nicht von selbst nachwachsen, bietet es sich in der modernen Medizin bei bestimmten Diagnosen durchaus an, körpereigene Knorpelzellen zu züchten und zu transplantieren.

Hauptanwendungsbereiche der Knorpeltransplantation sind isolierte Knorpelschäden am Hüft- und Kniegelenk, die z. B. durch ein Trauma, eine Kniescheibenverrenkung, eine Überbelastung oder ein Engesyndrom (Impingement) entstehen können. Ganz wichtig ist neben der Abklärung, ob und wie Knorpelschäden individuell behandelt werden können, vor allem auch, deren genaue Ursache zu erkennen. Denn es gibt komplexe Zusammenhänge und Krankheitsbilder, wie zum Beispiel auch Fehlstellungen, die in der Regel nur von sehr erfahrenen, operativ tätigen Orthopäden behandelt werden sollten. Diese Erkenntnis muss unbedingt mit in eine erfolgreiche Therapie einfließen, damit es zu einer dauerhaften Gesundung kommen kann.

Procelsio Clinic führte die arthroskopische Transplantation von Knorpelzellen am Hüftgelenk als eine der ersten Kliniken weltweit durch.

Am Kniegelenk wird die Methode der Knorpelzellentransplantation bereits seit vielen Jahren durchgeführt. Die Procelsio Clinic hat dieses Verfahren 2011 nicht nur als erste Klinik auch erfolgreich am Hüftgelenk eingesetzt, sondern die arthroskopische Transplantation von Knorpelzellen an der Hüfte auch selbst mitentwickelt. Das von uns mit eingeführte Verfahren kann das Gelenk erhalten und einer möglichen Arthrose vorbeugen. Damit steht diese Methode auch in besonderem Einklang mit dem Fokus der Procelsio Clinic, geschädigte Gelenke wann immer möglich zu erhalten. Übrigens gibt es auch heute noch nur wenige Kliniken, die Transplantationen von Knorpelzellen an der Hüfte durchführen können. In der Procelsio Clinic arbeiten Spezialisten, die mehrere hundert Eingriffe an der Hüfte pro Jahr durchführen. Das gibt Ihnen als Patientin oder Patient die Sicherheit, die Sie erwarten müssen.

Ist die Knorpelzellentransplantation an der Hüfte für mich geeignet?

Wenn noch keine fortgeschrittene Arthrose des Gelenkes vorliegt und somit noch genug funktionierende Knorpelflächen vorhanden sind, kommt eine Transplantation häufig infrage. Auch nach Unfällen, die einen Knorpelschaden verursacht haben, bietet sich die Knorpelzellentransplantation häufig als Therapieform an. Wichtig für die Therapie ist aber auch das biologische Alter der Patienten. Als Faustregel lässt sich sagen, dass vitale Patienten unter oder um die 50 Jahre für eine Transplantation besonders geeignet sind. 

Gleichzeitig müssen besondere Krankheitsbilder berücksichtigt werden. So können angeborene oder erworbene Fehlstellungen und Störungen der Verknöcherung (Hüftdysplasie) eine Kontraindikation darstellen. Denn in solchen Fällen würde der transplantierte Knorpel erneut geschädigt werden.

In manchen dieser Fälle kann aber sowohl das eine als auch das andere durchgeführt werden: Also kann sowohl separat zum Beispiel eine Fehlstellung korrigiert als auch eine Transplantation durchgeführt werden.

Dadurch, dass Neugeborene in den letzten Jahrzehnten immer selbstverständlicher mit bildgebenden Verfahren – hier vor allem die Sonografie – untersucht wurden, sind oben beschriebene Fehlstellungen ohnehin eher selten geworden bzw. wurden rechtzeitig behandelt.

Selbstverständlich besprechen wir mit Ihnen in der Procelsio Clinic alle diagnostischen und therapeutischen Details, um die für Sie beste Lösung ganz individuell herauszufinden. Sollte eine Knorpelzellentransplantation eher nicht infrage kommen, gibt es andere Lösungen, die gute bis sehr gute Ergebnisse liefern. Hierzu zählt insbesondere auch die AMIS-Hüfte.

Ganz wichtig: Wenn Sie unangenehme Verhaltensweisen Ihres Gelenks verspüren, konsultieren Sie uns so früh wie möglich, damit wir Ihnen mit ausgeklügelter Diagnostik sowie Rat und Tat zur Seite stehen können. Je länger Sie warten, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass die die Größe und Ausdehnung eines fortgeschrittenen Knorpelabbaus eine Transplantation von Knorpelzellen nicht mehr zulässt!

Wie wird eine Knorpelzellentransplantation durchgeführt?

Schritt 1: Arthroskopische Entnahme Ihrer Knorpelzellen

Wenn sich nach der klinischen und radiologischen Untersuchung unserer Spezialisten herausgestellt hat, dass eine Transplantation infrage kommt, entnehmen wir im ersten Schritt arthroskopisch einige gesunde Knorpelzellen aus Ihrem Gelenk sowie etwas Blut aus der Vene. Gleichzeitig wird in jedem Fall schon hier die Ursache des Knorpelschadens (in der Regel ein Impingementsyndrom) beseitigt.

Bei der Arthroskopie werden mittels sehr kleiner Schnitte in Haut und Weichgewebe (sogenannte Inzisionen) Zugänge für Arthroskope gelegt, mit denen nicht nur Gelenkspiegelungen, sondern auch Zellentnahmen durchgeführt werden können. Die Arthroskope verfügen u. a. über eine Lichtquelle und optische Linsen. So kann der Operateur nicht nur genau erkennen, wie es im Gelenk aussieht, sondern auch entsprechend genau operieren. Dabei stellt die Arthroskopie ein minimal-invasives Verfahren dar, das mit seinen – im Gegensatz zur offenen Operation – nur kleinstmöglichen Verletzungen für weniger Blutverlust, weniger Schmerzen nach der Operation und eine kürzere Rehabilitationszeit steht.

Schritt 2: Die Anzüchtung der Zellen im Labor

Im zweiten Schritt werden Ihre eigenen Zellen in einem Speziallabor in Ihrem eigenen Blut zur Anzüchtung gebracht. Das Verfahren wird auch als „autolog“ bezeichnet, was nichts anderes bedeutet, als dass wirklich nur Ihr eigenes Knorpelgewebe und Blut genutzt wird (im Gegensatz zu allogenen Verfahren). Es ist damit auch rein biologisch, da keine weiteren Zusatzstoffe zum Einsatz kommen. So vermehren sich Ihre Zellen vieltausendfach unter optimalen Bedingungen in einer idealen Umgebung. Durch das autologe Verfahren erhöht sich die Verträglichkeit für Patientinnen und Patienten erheblich.

Schritt 3: Die weitere Aufbereitung

Die bei der Anzüchtung gewonnen Zellen werden in kleinen Kugeln, den sogenannten „Sphäroiden“, aufbereitet. Jedes Sphäroid enthält bis zu 200.000 hyaline Knorpelzellen (hyaline Knorpelzellen stellen eine von drei Knorpelzellentypen des Menschen dar).

Schritt 4: Die Rückführung der gewonnenen Zellen

Nach einer Anzüchtungszeit von etwa sechs bis acht Wochen transplantieren wir diese kugelförmigen Sphäroide arthroskopisch in Ihr Gelenk. Vorab gilt es noch, geschädigte Teile des vorhandenen Knorpels zu entfernen, damit dort die neuen Zellen eingesetzt werden können. Allerdings sind diese neuen Knorpelzellen, auch wenn sie sehr schnell am Gelenk anhaften, noch nicht direkt belastbar. Deshalb planen wir gemeinsam mit Ihnen einen kurzen Krankenhausaufenthalt von etwa drei Tagen ein.

Schritt 5: Die Rehabilitationszeit

Nun dauert es rund sechs weitere Wochen, in denen diese transplantierten Zellen den Knorpeldefekt soweit aufgefüllt haben, dass die Gelenkfunktionen wieder als normalisiert betrachtet werden können. Allerdings soll das Gelenk in der Zwischenzeit regelmäßig bewegt werden – wenn auch zunächst nur limitiert. Dies bedeutet, dass Sie in den ersten 4 Wochen limitiert und nach Anweisung Beugung und/oder Belastung ausführen können und sollen. In den darauffolgenden zwei Wochen erfolgt die weitere, erhöhte Belastungsphase, bis Sie dann in der siebten Woche auf volle Belastung gehen. Dabei helfen Physiotherapie ebenso wie automatisierte Verfahren (Motorschiene). So wird Ihre Mobilität stark verbessert – und Schmerzen sollten längst der Vergangenheit angehören. 

Schritt 6: Die Wiedererlangung voller Mobilität

Im Normalfall ist Ihr Knorpel nach rund 6 – 8 Monaten wieder so belastbar wie vorher. Sie haben Ihre Mobilität wiedererlangt und können auch wieder Sport treiben – und das auf Basis Ihres eigenen Gelenks. 

Was ist nach der Reha wichtig?

Trotz der außerordentlichen Erfolge bei der Knorpelzellentransplantation raten wir unseren Patientinnen und Patienten dennoch dazu, bei sportlichen Aktivitäten nicht die Belastung, sondern vielmehr die Bewegung in den Vordergrund zu stellen. Sicher wissen Sie selbst, dass bestimmte Sportarten besondere Belastungen bestimmter Gelenke und Körperteile hervorrufen. Wer aber häufig schwimmt, mit dem Rad fährt oder auch beim Skilanglauf gern dabei ist, für den wollen wir keinerlei Einschränkungen geltend machen. Ganz im Gegenteil: So halten Sie sich nicht nur fit, sondern auch den Knorpel gesund. Zeitgleich schaffen Sie beste Voraussetzungen dafür, dass die Knorpelzellentransplantation eine drohende Hüft- (oder Knie-)Arthrose dauerhaft verhindern kann.

Warum sollte ich mich den Spezialisten der Procelsio Clinic anvertrauen?

Alle Voraussetzungen für die professionelle Diagnostik, die Auswahl der für Sie individuell richtigen Therapie und die gelingende Knorpelzellentransplantation sind in der Procelsio Clinic gegeben. Profitieren Sie gemeinsam mit unserem spezialisiertes Ärzteteam von der langjährigen und wirklich einzigartigen Erfahrung der Procelsio Clinic in der Knorpelzellentransplantation – besonders im Bereich der Hüfte –, da dieses Verfahren von unseren Ärzten mitentwickelt und erstmalig eingesetzt wurde. Unser Team steht Ihnen gerne beratend zur Seite und begleitet Sie gemeinsam mit unserem stets einsatzbereiten Pflegepersonal und den weiteren Ansprechpartnern des Hauses vom Erstkontakt über die Diagnostik bis zur erfolgreich abgeschlossenen Therapie und Rehabilitation. Kontakt

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